


„Papierschiffchen“ machen das Rennen
Preisträger des LGS-Literaturwettbewerbs stehen fest
Das Ergebnis ist rekordverdächtig: 325 Kurzgeschichten aus acht Nationen haben die Landesgartenschau erreicht! Der Wettbewerb in einer Partnerschaft mit dem rheinland-pfälzischen Landesverband der Volkshochschulen war seit November 2003 deutschlandweit ausgeschrieben, hat aber dank der Verbreitung durch das Internet weltweite Resonanz erfahren. Um die eingereichten Texte zu den LGS-Themen „Luft“, Wasser“, „Feuer“ und „Erde“ zu sichten und zu bewerten, musste die Jury mehrere Nachtschichten einlegen. An der Auswahl beteiligt waren Oberstudienrätin i.R. Sigrid Lischkowsky, Kulturdezenent Ulrich Holkenbrink, TV-Redakteur Dieter Lintz, der künstlerische Leiter der LGS, Karsten Müller, der Leiter der VHS Koblenz, Dietrich W. Röllinghoff und der SWR-Kulturredakteur Alexander Wasner. Mittlerweile sind die PreisträgerInnen benannt: Der dritte Preis wurde doppelt vergeben, so dass bei vier Hauptpreisen auch alle vier Elemente mit jeweils einer prämierten Kurzgeschichte berücksichtigt werden konnten. Diese Siegerbeiträge werden auf dem „Hörbuch zur Kulturgartenschau“ veröffentlicht und können von LGS-BesucherInnen käuflich erworben werden. Außer den Hauptpreisen wurden pro Element noch bis zu sechs weitere AutorInnen nominiert, deren Werke auf der LGS aus einer Klangsäule zu hören sein werden.
Der erste Preis wurde im Themenbereich „Luft“ vergeben und geht an Andreas Kurz aus Gräfelfing. Sein Beitrag „Papierschiffchen“ beschreibt ebenso spannend wie ironisch den Eskapismus eines einfachen Angestellten und zeichnet sich dabei durch eine Leichtigkeit aus, die das Sujet „Luft“ gleichermaßen metaphorisch und konkret in den Mittelpunkt rückt. Weitere Nominierungen im Bereich „Luft“: Liya Yu (Beijing/China): „Luftheimat“; Joachim Frank (Prisdorf): „El Condor Pasa“; Marion Johanning (Düren): „Der Gestank“; Bettina Hoffmann-Günster (Westerburg-Wengenroth): „Luftsprünge“; Sabine Imhof (Brig/Schweiz): „Fliegen“.
Als Trägerin des zweiten Preises wurde Svenja Seibold aus Ravensburg ausgewählt. Ihr Werk „Tanz mit dem Feuer“ entflammt die LeserInnen und lässt sie die Urkraft des Elements sprachgewaltig miterleben. Weitere Nominierungen im Bereich „Feuer“: Claudia Hüfner (Frankenthal): „Feuerlilie“; Roland Künzel (Berlin): „Feuer von Capri“; Harald Stangor (Gifhorn): „Feuer brennt in der Nähe“; Martina Meisl (Wiesbaden): „Feuer und Flamme für den Bürgermeister“.
Der dritte Preis wird sowohl an Irma Krauß als auch an Friedhelm Lövenich vergeben. Irma Krauß, die bisher u.a. mit dem Peter-Härtling-Preis 1998 und dem österreichischen Frau Ava Literaturpreis 2003 ausgezeichnet wurde, überzeugt mit ihrem Beitrag „Ein Fingerhut voll Erde“ einerseits formal durch ihre geradlinige Erzählweise aus der Sicht eines Kindes und andererseits inhaltlich durch ihre hohe Sprachkompetenz und –gewalt. Weitere Nominierungen im Bereich „Erde“: Marcel Ziegler (Schliersee): „Der Erdmensch“; Anja Ulbig (Bremen): „Erdverbunden“; Rose Marie Raacke-Weiß (Lagenselbold): „Sternstunden – Meine Füße auf kühler Erde“; Christoph Türck (Ummendorf): „Alles wegschütten“; Guido Korzonnek (Berlin): „Grün ist die Hoffnung“.
Friedhelm Lövenich aus Köln bietet mit seinem Beitrag „Meeresleuchten – Undine taucht ab“ eine aktuelle Variation des romantischen Undine-Motivs, die jedoch im Gegensatz zu vielen anderen zeitgenössischen Bearbeitungen Ironie an die Stelle von Frustration und Verbitterung treten lässt: Ein Text, der so erfrischend ist wie die darin beschriebenen Badeausflüge! Weitere Nominierungen im Bereich „Wasser“: Mechthilde Vahsen (Düsseldorf): „Ritt auf dem Wal“; Verena Liebers (Bochum): „Der Taucher“; Monika-Katharina Böss (Mörsfeld): „Undine“; Pia Becker (Preußisch Oldendorf): „Das Unwetter“; Jörg Borgerding (Celle): „Hochwasser“; Margrit Weber (Feldmeilen/Schweiz): „Undine 2004“
Eine ehrende Anerkennung postum spricht die Jury für den kürzlich verstorbenen ehemaligen Trierer Bürgermeister Paul Kreutzer aus, der ebenfalls mit einem Beitrag an dem Wettbewerb teilgenommen hat.
Derzeit werden alle ausgewählten Werke von Sandra Karl und Jan Nannen gesprochen und anschließend von Andreas Kiwitt und Matthias Sänger mit einem Soundtrack unterlegt. Der Verkauf des Hörbuchs startet mit der Eröffnung der Kulturgartenschau.