

Pressemitteilung 91/2003 | 05.11.2003
Die Götter helfen mit: Japanischer Garten wird für die Landesgartenschau-Besucher ein Ort der Besinnung
Die Landesgartenschau Trier wird im kommenden Jahr mit dem Japanischen Garten einen besonderen Ort der Ruhe und Besinnung präsentieren. Die Attraktion, die ab 22. April 2004, dem Tag der LGS-Eröffnung, den Besucherinnen und Besuchern zugänglich sein wird, soll unter einem guten Stern stehen. Daher hat der japanische Landschaftsarchitekt Shigeichi Suzuki die Götter des Shintoismus, der ältesten Religion Japans, um Unterstützung beim Bau des Japanischen Gartens gebeten. Suzuki bat in der feierlichen Zeremonie, „uns auf der Baustelle zu betreuen, damit keine Unfälle passieren“. Das Ritual, bei dem etwa 40 Gäste, darunter der japanische Generalkonsul in Deutschland Masaki Okada und der Trierer Baudezernent Peter Dietze anwesend waren, ist gleichbedeutend mit dem offiziellen Startschuss der Arbeiten auf der größten Fläche im Garten-Komplex unmittelbar hinter der LGS-Geschäftsstelle.
In original japanischem Gewand zelebrierte Suzuki an einem Altar die Feierlichkeit. Der Architekt streute außerdem Salz an die Eckpunkte des 950 Quadratmeter großen Areals. Anschließend schenkte ein ausgewählter Personenkreis aus Vertretern der Stadt Trier, der Deutsch-Japanischen Gesellschaft und der Landesgartenschau GmbH den Göttern einige Zweige als Opfer. Traditionsgemäß wurde die Veranstaltung mit einem Gläschen Sake, dem japanischen Reiswein, beendet. „Dieser Garten soll ein Symbol für Ruhe und Besinnung sein“, erklärte Suzuki im Namen der japanischen Bau-Delegation. Im Mittelpunkt stünde der Shintoismus, der sich von Krieg und Unruhe auf der Welt abwende. Außerdem soll das leichte Gefälle im Japanischen Garten das „Land der aufgehenden Sonne“ darstellen sowie den Höhenunterschied zwischen Trier und dem Petrisberg dokumentieren. Dietze nannte den Beitrag einen wichtigen Baustein für die Freundschaft zwischen Trier und der japanischen Stadt Nagaoka sowie für das zukünftige Wohnviertel und Naherholungsgebiet Petrisberg. Auch nach der LGS sei die Anlage für weitere Veranstaltungen vorgesehen.
Der Weg zu dieser Zeremonie war jedoch lang und steinig, da die Finanzierung des Projekts über lange Zeit nicht gesichert war. „Dem Engagement vieler Personen und Sponsoren aus der Region haben wir es zu verdanken, dass der Japanische Garten in die Realität umgesetzt wird“, sagte Matthias Schmauder, technischer Geschäftsführer der Landesgartenschau Trier 2004 GmbH. In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt Nagaoka und Dank der kräftigen Mithilfe der Deutsch Japanischen Gesellschaft (DJG) hat die LGS GmbH einen Finanzplan entwickelt. Nach den Worten von Schmauder habe DJG-Generalsekretär Johann Aubart während seiner Verhandlungen in Japan erreicht, dass sich dort eine Gesellschaft gegründet habe. Diese trage die Kosten der Sachspenden. Dazu gehören unter anderem original japanische Findlinge. Kosten für das Projekt: rund 150.000 Euro.
Nach Angaben des Architekten entsteht in Trier der deutschlandweit einzige original japanische Garten. Dazu wurden die Materialien eigens per Schiff nach Hamburg geschickt und von dort weiter nach Trier transportiert. Der Grundausbau wird von der Firma Kaspari Garten- und Landschaftsbau aus Wittlich unterstützt. Star-Architekt Suzuki gestaltet mit einer fünfköpfigen Arbeitsgruppe in den kommenden beiden Wochen die Fläche und wird im Frühjahr für den Feinschliff sorgen. „Für die Japaner ist die Gartengestaltung etwas ganz anderes als für uns in Deutschland“, erklärt Schmauder die Besonderheit der Anlage aus Fernost. „Hier spielt der geistige Hintergrund, der dem Garten seine Ausstrahlung verleiht, eine wichtige Rolle.“ Vorgesehen sind unter anderem Rhododendren, Bambusanlagen und Findlinge, die im Garten der Besinnung die Akzente setzen werden.
Im Vergleich zu den Gärten der sieben Partnerstädte sticht der japanische Beitrag, der nach Ende der Landesgartenschau bestehen bleiben wird, auch wegen seiner Größe von 950 Quadratmetern sofort ins Auge. „Es wäre schwierig gewesen , diese Inhalte auf einen kleinere Raum zu zwängen“, sagte Schmauder. „Und wenn wir schon die Möglichkeit haben, eine solche Attraktion auf dieser Fläche zu präsentieren, müssen wir die Chance auch nutzen.“ Der Geschäftsführer ist zufrieden und erleichtert, dass das Projekt gerettet ist. „Wir mussten eine harte Nuss knacken, aber die Arbeit wird sich lohnen.“ Der Dank der Geschäftsführung richtet sich auch an LGS-Hauptsponsor JTI, das Trierer Autohaus Buschmann, die Baufirma Ruppert, die Firma Welschbillig, das Kenner Betonwerk und Firma Hermesdorf. Diese Partner setzten sich mit einem finanziellen Beitrag beziehungsweise einer Sachleistung für die Realisierung des Japanischen Gartens ein.
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