Das Veranstaltungsgelände
Die zweite rheinland-pfälzische Landesgartenschau findet auf
einem 44 ha großen, ehemaligen Kasernengelände, dem Petrisberg
statt. Der Petrisberg hieß bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts
Martinsberg; erst nach 1823 erhielt er seinen neuen Namen nach
dem Besitzer eines Hofes, der in der Verlängerung der heutigen
Sickingenstraße lag. In Mittelalter und früher Neuzeit wurde
der Petrisberg überwiegend als Viehweide genutzt, wovon heute
noch die Flurnamen Lämmerwiese und Geißberg Zeugnis ablegen.
Von alters her gab es Weinanbau an den Kürenzer und Olewiger Hängen
wie im Aveler Tal, Brettenbach und der Retzgrube; seit dem 12.
Jahrhundert werden diese namentlich im Maximiner Urbar genannt.
Seit dem 15. Jahrhundert existiert als landwirtschaftlicher
Betrieb der Kleeburger Hof etwas unterhalb der heutigen
Universität.
Seit dem frühen Mittelalter hat es auf dem Kürenzer Hang
unterhalb des Franzensküppchen Kapellen oder kleine Kirchen
gegeben. Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts findet sich in der Nähe
ein Kloster für Dominikanerinnen, das unter dem Namen
Katharinenkloster 1280 in die Stadt Trier verlegt wurde; dem
Kloster gehörten große Acker- und Wildländereien auf dem
Berg, deren Bewirtschaftung in späterer Zeit durch den schon
erwähnten Kleeburger Hof erfolgte.
Auch nach der Säkularisation wurde der Petrisberg in der oben
beschriebenen Weise überwiegend landwirtschaftlich genutzt.
Nach der Besetzung des Rheinlandes 1936 begannen die
Nationalsozialisten mit der militärischen Nutzung des
Komplexes; bis 1938 wurde die Kemmelkaserne errichtet und ein
Großteil des Geländes für militärische Zwecke vereinnahmt.
Auf eben diesem Gelände wurde während des Zweiten Weltkrieges
in Baracken ein Kriegsgefangenenlager, das berüchtigte STALAG
XII, eingerichtet, das hauptsächlich, aber nicht ausschließlich
mit französischen Gefangenen belegt war. Unmittelbar nach dem
Ende des Krieges wurde es als Internierungslager für deutsche
Zivilgefangene weitergenutzt.
In der Folgezeit wurde der gesamte Komplex vom französischen
Militär übernommen und zu dem Stützpunkt Belvédère mit
eigener Infrastruktur wie Hospital, Sportstätten etc.
ausgebaut. Nach dem Abzug der Franzosen Mitte der 90er Jahre
steht das Gelände jetzt wieder für zivile Nutzung zur Verfügung.